Wir zeigen dir, wie du Pilze erkennst, Verwechslungen vermeidest und dich mit Respekt in der Natur bewegst. 

Wie?

Das kleine Team von pilzwelt.at hat nicht das Ziel, möglichst viele Menschen in die Vorarlberger Wälder zu bringen, um die ohnehin begrenzten Speisepilzbestände auszunutzen.

Vielmehr möchten wir Menschen, die bereits Interesse an der „Schwämmlerei“ haben, diese faszinierende Welt näherbringen, Sicherheit im Umgang mit Pilzen vermitteln und den Blick für einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur schärfen.

Aus diesem Grund halten wir die Teilnehmerzahl bewusst niedrig und gewährleisten so eine persönliche Begleitung, bei der keine Fragen offen bleiben.

Wo?

Eine häufige Frage im Vorfeld unserer Kurse ist, in welchem Wald die Exkursion stattfinden wird. 

Diese können wir meist erst kurzfristig beantworten – manchmal sogar erst am Tag vor der Veranstaltung. 

Der Grund dafür ist einfach: Kein Pilzjahr ist wie das andere, und auch die Wetterbedingungen unterscheiden sich von Saison zu Saison. 

Wir haben zwar ausgewählte Wälder in Vorarlberg, die sich gut für unsere Touren eignen und auch für ältere Teilnehmer gut begehbar sind. Entscheidend ist jedoch immer die aktuelle Entwicklung vor Ort. 

Deshalb sind wir bereits Wochen vor den Kursen regelmäßig im Gelände unterwegs, beobachten die Situation und entscheiden kurzfristig, welcher Standort für unsere Teilnehmer die besten Voraussetzungen bietet 

Das nimmst du mit:

-> Wichtige Speisepilze sicher erkennen

-> Gefährliche Verwechslungen vermeiden

-> Pilze sicher bestimmen statt raten

-> Verantwortungsvoll und nachhaltig sammeln


 Pilze zu verstehen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für die Natur. 

Was noch?

Nach unseren gemeinsamen Waldexkursionen kontrollieren wir Ihre Funde sorgfältig – zu Ihrer Sicherheit.

Pilze, die giftig oder ungenießbar sind, werden von uns konsequent aussortiert und vor Ort entsorgt.

Auch Pilze, die sich nicht mit ausreichender Sicherheit bestimmen lassen, werden ohne Ausnahme beiseitegelegt.

Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis – Ihre Sicherheit steht für uns an erster Stelle.

Viele unserer Kursteilnehmer nutzen zudem die Möglichkeit, selbst gesammelte Pilze nach vorheriger Terminvereinbarung von uns überprüfen zu lassen.

So gewinnen Sie zusätzliche Sicherheit und vertiefen gleichzeitig Ihr Wissen – damit am Ende auch wirklich nur das Richtige in der Pfanne landet

Impressionen aus unseren Kursen

VN - Bericht vom 25.09.2018

 

„Pilze haben einen wichtigen Platz im Ökosystem“

Von Lisa Gopp

Mit dem Experten Günter Rigo den Pilzen auf der Spur.




RANKWEIL Ein warmer und sonniger Samstagnachmittag. Etwa 15 Männer, Frauen und Kinder spazieren mit Körben ausgerüstet in den Rankweiler Wald hinein. Sie sind Teilnehmer eines Pilzanfängerkurses der Inatura und suchen den Waldboden nach Pilzen ab. Ein Mann findet einen großen Parasol. Er reicht ihn Günter Rigo (49), der ihn begutachtet. „Ein echtes Prachtexemplar und ein sehr guter Speisepilz“, sagt Rigo.  „Die Pilzsaison hat heuer wegen der Trockenheit spät begonnen“, sagt der Pilzsachverständige. „Nun schaut es jedoch gut aus.“ Er deutet auf die kleineren und größeren Exemplare, die aus der Erde wachsen. Davon werden wenige auf den Tellern landen, denn manche sind giftig, viele ungenießbar. „Im Land gibt es nur etwa zehn richtig gute Speisepilz­arten“, erklärt Rigo.

Günter Rigos Interesse für die Welt der Pilze wurde vor sieben Jahren auch bei einem Anfängerkurs geweckt. Anschließend ließ sich der Feldkircher im Deutschen Pilzzentrum in Hornberg zum Sachverständigen ausbilden. Seither gibt er in Kursen sein Wissen an Interessierte weiter. „Mir ist wichtig, dass Pilze von der Bevölkerung als Genussmittel und nicht als Grundnahrungsmittel gesehen werden “, betont Rigo, der auch Obmann der Naturwacht Feldkirch ist. „Denn jeder Pilz, ob giftig oder genießbar, hat einen wichtigen Platz im Ökosystem“, erläutert er. „Einige Pilzarten leben in Symbiose mit Bäumen und Pflanzen. Dadurch findet ein gegenseitiger Austausch von Nährstoffen statt.“ Leider sehe er immer wieder, dass Pilze mutwillig zertreten werden.

Für die konkrete Artbestimmung braucht es Rigo zufolge einiges an Wissen und Erfahrung. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten zahlreiche Merkmale beachtet werden. „Wenn ich einen Pilz eindeutig als Speisepilz identifizieren kann, schneide ich ihn am Stiel ab. Oft liefert aber gerade die Stielbasis wichtige Informationen zur Unterscheidung ähnlicher Arten“, informiert Rigo. Zur Veranschaulichung dreht er vorsichtig einen Pilz aus der Erde und untersucht das untere Ende. Das im Waldboden entstandene Loch drückt er zu. Das verhindert laut Rigo das Austrocknen des unterirdischen Pilzorganismus. Jedes Exemplar, das Rigo zu Anschauungszwecken pflückt, legt er anschließend wieder zurück auf den Boden. „So kann sich der Pilz noch versporen“, sagt Rigo.

Der Standort ist ein wichtiges Indiz zur Pilzbestimmung. Rigo zufolge sollte man dabei auch auf die Pflanzen in der Umgebung achten. Zum Beispiel gedeiht ein Birkenröhrling am besten in der Nähe von Birken. Fliegenpilze befinden sich oft in der Nähe von Steinpilzen.

Rigo schneidet die Kappe eines Düsteren Röhrlings in zwei Hälften. „Dieser Pilz verfärbt sich, wenn man ihn aufschneidet“, informiert er und deutet auf die bläulich-schwarzen Stellen. „Das ist auch ein Erkennungsmerkmal bei manchen Arten.“ Ein modriger Geruch strömt den Kursteilnehmern in die Nase, als sie an dem Röhrling schnuppern. „Der schmeckt so, wie er riecht, ist also ungenießbar“, sagt Rigo und legt ihn zurück auf den moosigen Boden.

Verdacht auf Vergiftung

„Was tut man, wenn nach dem Verzehr von Pilzen Beschwerden auftreten?“, will eine Teilnehmerin wissen. „Beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung muss sofort ein Arzt aufgesucht werden“, antwortet der Kursleiter. Häufige Symptome sind Durchfall und Erbrechen. Man sollte unbedingt Pilzreste, Essensreste und Erbrochenes sicherstellen. „Damit kann die Art des Giftpilzes bestimmt werden“, sagt Rigo.

Bei einer Fundbesprechung kontrolliert der Sachverständige noch einmal alle Pilze in den Körben der Teilnehmer. Dem Mann mit dem suppentellergroßen Parasol rät er, sich daraus ein Parasolschnitzel zu brutzeln. Die Teilnehmer gehen mit viel neuem Wissen nach Hause.